Samstag, 28. Juli 2012

Rezension: Beate Teresa Hanika - Rotkäppchen muss weinen

Beate Teresa Hanika - Rotkäppchen muss weinen
Verlag: Fischer Schatzinsel
Erscheinungsdatum: Februar 2009
Seiten: 224
Preis: 12,95 € (HC)
Einzelband

Inhaltsangabe

Er nennt sie Rotkäppchen, als er sie mit einem Korb am Fahrradlenker den Berg hinabfahren sieht. Rotkäppchen – weil in dem Korb Wein und Essen sind für den Großvater, dessen Einsamkeit nur ein Vorwand ist. Rotkäppchen – weil der Weg aus dem Wald dunkel und steinig ist. Rotkäppchen – weil der Wolf sie längst in seiner Gewalt hat …
Beate Teresa Hanika erzählt einfühlsam und sensibel die Geschichte von einem Mädchen in größter Not – aber auch von einer Freundschaft so weit wie der Himmel und von einer ersten Liebe so zart wie Schneeflockenfedern.

Meine Meinung

Wow, was für ein Buch. Nachdem ich es zu Ende gelesen hatte, musste ich erstmal meine Gedanken ordnen. Rotkäppchen muss weinen behandelt kein leichtes Thema: es geht um sexuellen Missbrauch bei Kindern. Beim lesen musste ich öfters mal inne halten und erstmal verdauen, was ich da gerade gelesen habe. Auch wenn der Missbrauch gar nicht detailiert beschrieben wird, fand ich das Angedeutete doch immer sehr schockierend.

Malvina, fast 14 Jahre alt wird von ihrem Opa seit ihrer frühen Kindheit missbraucht. Er selbst ist Kriegsveteran, hat eine Knieverletzung davongetragen und ein Glausauge. Er bezeichnet sich selbst als Schöngeist; trinkt gerne Wein und schätzt Literatur von Schiller und Goethe. Malvinchen nennt er sie, und das sie der Oma so ähnlich sieht. Er erzählt Malvina, dass wenn es dem Opa gut geht, es auch der Oma gut geht und das will sie doch. Er versucht ihr einzureden, das sie am (Krebs)Tod der Oma Schuld ist, dass sie drei zusammen glücklich waren, bis Malvina anfing ihre Freundin Lizzy zu Besuch mitzubringen.

Auch die Mittäterschaft der Oma wird beschrieben. Wie sie den Missbrauch zulässt um sich selber zu schützen. Lässt Malvina mit ihm mitgehen, um seinen Wutausbrüchen zu entkommen. Sogar an ihrem Totenbett lässt sie Malvina versprechen, das sie den Opa schützen muss. Das heisst, sie muss schweigen und darf nichts sagen.

Malvina's Familie verschließt jahrelang die Augen vor den Vorkommnissen. Was offensichtlich vor ihnen liegt, wird übersehen und abgetan. Malvina soll sich nicht so anstellen, wenn sie sich wieder und wieder weigert, den Opa zu besuchen.

Das Buch hat mir, trotz diesem traurigen Thema sehr gut gefallen und es wurde zurecht 2007 mit dem Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis ausgezeichnet. Es ließt sich flüssig, auch wenn die Autorin keine Anführrungsstriche bei wörtlicher Rede verwendet, was anfangs etwas ungewohnt war.

Fazit

Ein schönes und einfühlsam geschriebenes Buch, dass Hoffnung macht und leider viel zu kurz ist.

♥♥♥♥

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